Michael felt like a little child - so am I.

Guten Tag meine Lieben!

 

Die Sonne strahlt schon am Morgen so wunderbar, da hielt mich nichts mehr im Bett. Meine Augen waren einfach offen, ich habe mich gedreht und gewendet, letztendlich bin ich rausgehüpft und habe mir einen Espresso gemacht :)!

Seit ich bei A. wohne hätte ich auch für meine spätere Wohnung gerne eine Kaffeemaschine von Senseo. Total einfach! Wer hätte das gedacht! Pad rein, Wasser kurz auffüllen, keine ganze Minute warten, Becher unterstellen - Fertig!

 

Was mich zudem freut, ist die Tatsache, dass ich endlich abnehme. Gestern wog ich 56,9kg heute 56,7kg (obwohl ich am Vortag kaum etwas gegessen hab - naja...). Vielleicht trinke ich zu wenig? Das wird es wohl sein. Noch dazu gehen wir heute mit AJ und seiner neuen Freundin grillen. A. und ich bereiten Feta in Alufolie vor, sowie marinierte Hähnchenbrüste (mehr Eiweiß statt Fett). Ich glaube, dass ich mir dann keinen Kopf zebrechen muss, ob es okay war oder nicht.

 

***

Wir sind soeben - kann man das so sagen? - vom Grillen wiedergekommen. Mittlerweile glaube ich, dass ich selbst an meinem Dilemma Schuld bin. Mir geht es beschissen. Von weiß auf schwarz. Mir geht es beschissen. So beschissen...

Das Leben quält mich.

 

Jeder, der ir sagen würde "Hey lass den Kopf nicht hängen, es gibt weit schlimmeres." dem würde ich es nicht abkaufen. Ich glaube sogar, dass ich mir meine Beziehung zu Axel damit kaputt mache. Auf Dauer. Weil ich nicht weiß ob er das mit mir noch ertragen kann.

 

Man sagt mir, ich sei erwachsen, ich solle mein Leben von jetzt an in den Griff bekommen, aber stattdessen heule ich nur rum. Wie sehr wünsche ich mir doch meine Teenagerzeiten zurück. Wie sehr wünsche ich es mir Kind zu sein. Unbeschwert mit einem Zufluchtsort. das hatte ich früher nie wirklich. Ich bin sogar so ruhig, dass ich alles nur in mich hineingefressen habe. Ich habe es ertragen als "anders" behandelt zu werden. Als "hilfloser Sonderfall" bekam ich immer eine Sonderbehandlung wenn gar eine Sonderabreibung. Ich habe gerade dein Déjà-vu.

 

***

 

Als A. und ich vom Grillen früher wiederkamen (ich habe eine krasse Magenverstimmung bekommen und musste schon an der Alster das nächstgelegene Café aufsuchen...) hatte seine Mutter bereits zwei Besuche im Haus. A. hat ihr ein Kompliment zu ihrer Kleidung gemacht, anschließend fuhr sie mich an.

"Sag mal, wer hat Dir das Recht gegeben mein Fahrrad zu benutzen?!"

Ich dachte echt, ich falle aus allen Wolken, als ich das gehört habe. Was war schon dabei? Sie hätte es eh nicht gebraucht, zudem hat A. mir das Rad gegeben. Es war nicht meine Entscheidung. Letztlich war es auch nicht das eigentliche Problem.

Ehe sie sich beruhigt hat, musste sie erstmal rumschreien. Und das vor dem Besuch. Ich konnte mir nicht erklären, was ich falsch gemacht habe. Dabei habe ich doch aufgeräumt. Ich habe ihnen Sauberkeit und Platz geschaffen. In einer Wohnung, die nicht meine ist. In einer Wohnung, die verdreckt ist. In einer Wohnung, in der ich Heimweh habe, weil sie mir einfach zu fremd ist.

 

Außerdem beziehe ich alle Konflikte zu sehr auf mich. Allein der Gedanke daran macht mich so fertig, dass ich mich am liebsten verkriechen würde, um nie wieder aufzuwachen.

Dann wollte sie unbedingt ein Gespräch unter vier Augen führen - mit mir. Worüber wollte sie denn reden? Dass es ihr zu blöd sei, dass ich alles aufräume? Dass ich unter deren Dach wohne? Ja, damit habe ich gerechnet.

Die Frau war so verdammt aggressiv, dabei ist es nichtmal so lange her, dass sie meine Würde durch ihre Sticheleien und ihre aufmüpfig ignorante Art verletzt hat. Darüber hat sie mit mir bis heute noch nicht gesprochen. Und dann wollte sie wissen, wieso ich denn genau bei A. und ihr wohnen würde.

 

Die Probleme, die ich in der Familie habe, sind mir zu privat. Außer A. und einigen anderen wenigen Personen weiß niemand so recht, was bei mir los ist. Umso schwerer fiel es mir, mit einer Person zu sprechen, die über alles bescheid wissen möchte. Die sich etwas darauf einbildet, alle Lebensprobleme zu kennen. Dann fragte sie mich "Ich weiß bis zum heutigen Tag nicht genau, wieso du eigentlich bei uns wohnst. Kannst du mir eine Erklärung dafür liefern?".

(Anm.: Ich wohne seit Mittwoch bei meinem Freund)

 

***

 

Das Gespräch, welches wir dann irgendwann geführt haben hat mich sehr eingeengt. Ich reagierte sofort mit einer starken Abwehrhaltung. Meine momentane Situation lässt es einfach noch nicht zu, mich zu öffnen und über privates zu sprechen. Zugegebenermaßen hätte ich mit A.'s Mutter über mein aktuellen Verbleib sprechen müssen, dazu kam es jedoch nicht, weil meine komplette Woche eine abgefuckte Arbeitswoche war. Sie war am Abend immer vor der Glotze, ich war sehr müde. Und das war ihr Problem: Das wir nicht offen über meine Pläne sprechen konnten, denn - ganz klar - will ich mich bei niemandem einnisten. Schon garnicht ohne Mietabgaben. Ich suchte nur Zuflucht für eine kurze Zeit, um wieder klaren Gedanken zu fassen und neuen Stand im Leben zu gewinnen.

 

Es war furchtbar mit ihr zu reden. Es ist sowieso nicht leicht mit jemandem zu reden, unter dessen Dach man nur vorübergehend wohnt, und der einen ständig unterbricht. Sie fragte mich irgendwann nach meinen Plänen. Meinen Plänen allgemein? Was geht sie das an? Ob ich nun studieren werde oder sonstiges?

Ich sagte "Ich fühle mich nicht dazu verpflichtet, Ihnen alle meine Pläne für mein Leben zu beichten.", wollte anschließend noch ergänzen, dass ich mich so schnell wie möglich um die Caritasangelegenheiten kümmern muss. Da fing gleich das Gebrüll an, wie unverschämt ich sei. Ich konnte nicht mehr. Mir war das zuviel. Über die ganzen Tage, die Arbeit, der Stress von zuhaus, Appetitlosigkeit, Schwindelgefühl, Kreislaufprobleme, und, und, und...

 

Irgendwann ließ sie ab, nachdem sie sich mehrmals versucht hat einen Kommentar über meine Eltern zu leisten, und sich selbst gezügelt hat nichts dazu zu erwähnen. Das hat mich innerlich sehr aggressiv gemacht.

Egal, wie meine Eltern sind: Ich verbitte mir irgendwelche Pseudoeinschätzungen und kritische Beurteilungen gegenüber meinen Eltern von fremden Personen.

A.'s Mutter ist so eine.

 

Ihr wisst ja, wie es ist, wenn ich einmal in einem Thema stecke. Ich könnte noch so viel mehr schreiben, aber dazu fehlt mir die Energie. Deswegen erscheint der Eintrag etwas unverständlich oder unvollständig. Werde darauf so oder so die nächsten Tage noch zurückkommen und mir mein Leben nach und nach wieder neu aufbauen.

 

Am liebsten würde ich mit A. zusammenziehen.

 

lG.

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