Ruhe kehrt ein

Hallo meine Lieben!

 

Die Tage bei Alex sind toll. Ich habe endlich eine Person gefunden, die mir zuhört. Wir kommen sehr gut miteinander aus, sie unterstützt mich wo sie nur kann, und auch ich möchte ihr das alles zurückgeben können. Haben gestern zusammen noch Ergo-Proxy geschaut (Anime Power!!! xD), allerdings bin ich totaaaaal eingeratzt. Ich konnte irgendwann nicht mehr. Meine Tage bestehen ohnehin nur aus grübeln, rumlaufen, organisieren, reden, essen. Ja, essen. Habe wieder richtig angefangen zu essen. Lag wohl eher daran, dass mein Körper so geschwächt war, dass der Appetit irgendwann überwogen hat. Dann ging es rauf, 55,5, 56,8 heute 56,6kg.

Abnehmen möchte ich trotzdem.

 

Mit dem Wiegen darf ich wohl nicht aufhören, wenn ich nicht wieder zunehmen möchte. Ich ärgere mich schon genug, dass ich nur ein klein wenig über die Stränge geschlagen habe, und dann muss sich Frau Jojo-Effekt wieder melden. Alex geht es irgendwie nicht anders. Auch sie möchte abnehmen, und ist jetzt auch noch im Klausurenstress. Hoffentlich nimmt sie dieser Gedanke nicht allzusehr ein, damit sie perfekt durchkommt, ohne nachschreiben zu müssen. Und selbst wenn: Ich bin der Meinung, dass sie das Potenzial hat auch bei der Nachschreibe problemlos durchzukommen.

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Habe meinem Vater endlich das Geld überwiesen. Ganze 227 Euronen von insgesamt 627 und jetzt bleiben mir noch 400 über. Das wird leicht. Nächsten Monat nochmal 200 bis 250€ und dann nochmal eine Zahlung im August, und dann bin ich endlich durch.

 

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Habe vorgestern mit Mama bei Oma telefoniert. War das vielleicht die Hölle! Dabei vermisse ich sie so sehr. So sehr, dass ich heulen musste, dass sie nicht da ist. Wie konnte sich meine Mutter beim letzten Telefongespräch nur so sehr gegen mich wenden? Ich war enttäuscht. Musste weinen. Mein Vater macht mich fertig, ich haue ab und der Rest der Familie scheint sich gegen mich zu wenden, weil ich alle spalten würde. Weil ich Schuld daran wäre, dass es meiner Mutter und meinem gesundheitlich angeschlagenem Opa zusetzen würde. Was ist das für ein Leben?! Ich bin abgehauen, weil ich nicht mehr konnte - dann wird mir doch tatsächlich vorgeworfen, selber ein Sturfkopf zu sein, der durch seine Kommunikatiosnunfähigkeit nicht mit Papa reden kann. Was macht das für einen Sinn?

Hallo Pubertät? Ich bin fast 21, da sind meine "Launen" wirklich ernste Meinungen und ich weiß, dass ich ausziehen muss, selbst wenn ich mich mit allen wieder "vertragen" sollte. Die Probleme zuhaus werden so oder so ständig aufkreuzen, dann werden mir Vorwürfe gemacht, dass ich es gewagt habe einfach abzuhauen für nichts und wieder nichts. Das mache ich nicht mit, und deswegen steht die Jugendberatung am 05.07. an.

 

Alex und A. bekräftigen mich in der Ansicht, ich solle mir die ganzen Vorwürfe nicht ans Herz legen, auch wenn ich das Gefühl haben sollte, dass die Welt untergeht. Es ist schwer eine eigene Meinung zu dem Thema zu entwickeln, wenn man das Gefühl hat, dass niemand für einen da ist. Aber ich bleibe stark, auch wenn ich die letzten Tage nur mit Tränen, Selbsthass und Selbstmitleid verbracht habe. Ich will nicht dieser kümmerliche "Wurm" sein, der sich seiner eigenen Meinung nicht mehr sicher ist, wenn die eigene Großmutter einen nicht rauslässt, nachdem sie mir Vorwürfe und Schuldzuweisungen gemacht hat.

Ich wurde wirklich hysterisch. Sie schloss die Tür ab, wollte mich mit Mutter nicht sprechen lassen... ich dachte echt, ich dreh gleich am Rad. Noch nie fühlte ich mich so verzweifelt und zerfressen, dass ich den Gedanken bekam mich einfach aus dem Balkon zu stürzen, wenn sie mich nicht rauslässt. Sie hat sogar meine Schuhe versteckt, damit ich nicht fliehe. Aber das wäre egal gewesen. Denn Barfuß zu laufen wäre mir lieber als eingesperrt zu bleiben.

 

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Gestern haben wir uns wieder getroffen und zwar mit J. Sind dann shoppen gegangen, und Oma musste teilweise weinen. Irgendwie konnte sie den Weg, den ich eingeschlagen habe, doch verstehen. Hat mich dann zum Essen eingeladen, und irgendwie hatte ich ein wenig das Gefühl, dass die Welt zumindest ein Stück weit in Ordnung ist. Das Gespräch vom Vortag mit meiner Mom kam auch wieder ins Lot, aber ich denke eher, weil sie mit mir Mitleid bekommen hat. Weil ich nicht aufhören konnte mich selbst mit Worten zu zerstören, und sie mit ihrem gespielten Unverständnis nur noch mehr Salz in meine Wunde gestreut hat.

 

Habe mir vorgenommen, meinem Vater eine Email zu schreiben. Will ihm darin mitteilen, dass ich ihm diesesn Vorfall vergebe (aber nicht vergesse) und es mir wichtig ist, dass wir miteinander wieder reden können. Würde mit ihm gerne (auch wenn ich zugegebenermaßen Angst davor habe) ein Gesprächspunkt an einem neutralen Ort zu vereinbaren, um ihn von den Plänen für meine Zukunft in Kenntnis zu setzen. Ich denke nicht, dass er mir eine Absage erteilen wird. Er soll nur verstehen, dass ich erstmal Abstand brauche. Ich muss das Geschehene verarbeiten, muss das Gespräch mit Personen suchen, die mir weiterhelfen können, mich bewerben und darauf konzentrieren, demnächst einen neuen Studienplatz zu bekommen. Das ist mir besonders wichtig.

 

lG.

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