Gefürchtetes Treffen.

Am Samstag treffe ich Dad. Davor habe ich echt Angst. Irgendwie hat es mich sehr viel Bemühungen gekostet, dass ich ihn überhaupt dazu bekomme sich zu einem Treffen mit mir bereit zu erklären.

Also das mit der Idee kam von mir.

 

Habe ihm im Laufe der letzten Woche (Freitag) bis heute kontaktiert und er hat mir sogar mehrmals geantwortet, was ich gut fand. War schon bei der Jugendberatung und Daniela hatte unglaublich viele Informationen preisgegeben. Allerdings bin ich trotz der guten Beratung ein wenig (sehr!!!) verwirrt. Würde ich mit meinem Freund zusammenziehen, wären die Dinge für mich viel einfacher. Für mich steht fest: Eine räumliche Trennung ist notwendig, damit meine Familie und ich wieder zueinder finden können. Also beziehungstechnisch gesehen. Auch Daniela meinte, dass sie niemanden aus ihrer Beratungszeit kannte, wo es nicht dienlich gewesen wäre. Das ermutigt mich schonmal. Dann hat sie mir die positiven Aspekte meines Lebens aufgezeigt:

 

1.) "Du hast ein gutes ABI (2,1)"

2.) "Dein alter Schulwechsel hat dir gezeigt, dass eine Veränderung sich durchaus als positiv erwiesen hat"

3.) "Ein Auszug aus dem Elternhaus würde die Beziehung zueinander wieder auffrischen"

 

Allerdings kamen dann wieder meine Zweifel. Als sie sagte, ich solle mich von dem Gedanken trennen, dass eine Ausbildung für mich nicht in Frage käme, streubte sich wieder mein Verstand. Ich will lernen! Ich will zur Uni gehen! Ich will mich intensiv beteiligen und vielleicht mal eine Führungspositon haben! Und als sie mir dann als Vorschlag gab, ich solle mich bei einer Genossenschaft für Mieter anmelden, denn nur dann bekäme ich eine Wohnung sicher, kam gleich das erste Manko (wohl nicht aus ihrer Sicht gesehen, aber aus meiner):

 

1.) "Pro Quadratmeter muss man 50-55€ zahlen, einige Genossenschaften haben Pauschalpreise"

2.) Wer soll das bezahlen? "Rede mit deinem Vater, und versuche ihn darauf vorzubereiten, dass ein Gespräch bei mir möglich ist. Du solltest selbstverständlich mit dabei sein und das wird auf keinen Fall schlimm ^.^!"

3.) Das sagt sich so leicht! Mein Vater würde empfindlich reagieren, allein beim Wort "Jugendberatung". Dann habe ich gleich das Gefühl mich verrätersich zu fühlen.

4.) Jetzt wäre ich wieder zum Teil auf seine Hilfe angewiesen, und das wollte ich am wenigsten.

 

Da ich aber so schnell wie möglich die Tatsachen ins Rollen bringen möchte, habe ich meinem Vater eine Mail geschrieben. Trotz aller Unmöglichkeiten, die er mir angetan hat, habe ich ihm geschrieben:

 

"Es ist wichtig, dass wir lernen füreinander Verständnis aufzubringen. Wenn Du Dich mit mir trotzdem treffen würdest, dann würdest Du mir meinen momentan wichtigsten Wunsch erfüllen. Ich würde Dir von meinen Vorhaben erzählen, meinen Gedanken und auch ich werde für Deine Gedanken ein Ohr offen haben. Denn auch wenn die Zeiten nicht immer rosig waren, Du hast immer noch einen Platz in meinem Herzen, und ich hoffe, dass Du das weißt.

 

Deine X."

 

Und er hat eingewilligt! Wenn auch etwas komisch (aber er hat eingewilligt :P!!!):

 

"Hallo X,

 

Wir können uns gerne treffen, allerdings nicht wenn gerade ein Fußballspiel läuft.

Zum Beispiel am Samstag um 14 Uhr bei Corfu (Anm.: Mein alter Job beim Griechen).

 

Dein Papa."

 

Jetzt fühle ich mich viel besser. Dumm nur, dass Oma sich auch für die Ergebnisse von der Jugendberatung interessiert hat, und wie soll ich einer katholisch-fanatischen Frau davon erzählen, dass es einfacher wäre mit dem Freund zusammenzuziehen.

KEIN - VERSTÄNDNIS.

Dann fing sie gleich an mit "Das würde Gott nicht wollen!", "Das ist ein großer Schritt! Außerdem seid ihr nicht verheiratet!", "Die Umstellung ist zu schwer! Es ist nicht so leicht sich alle Aufgaben zu teilen!", "Und überhaupt! Dann würdet ihr miteinander schlafen! (Anm.: LOOOOOOOOOL - Privatsphäre??? xDDDD)".

WIE - ALBERN.

Als sie schließlich dazu überging, sie wolle Mutter anrufen, mit ihr sprechen, damit sie Dad dazu motiviert sich mit mir zu treffen blabla... ich dachte ich gehe an die Decke. Was soll den Mom dazu sagen? Garnichts! Sie ist nicht Herrin der Situation, und außerdem reicht mir diese Scheiss-Vormundstour. Ich sagte Oma, sie solle sich einkriegen, da ich Dad alleine auch ansprechen könnte.  

MAAAAAN HAT DAS GEDAUERT! (und genervt).

Ich hoffe für sie, dass sie Mom nicht angerufen hat, sonst bekommt sie meine andere Seite zu spüren -.-...

 

***

 

Jetzt muss ich alle meine Gedanken und Ideen festhalten, die ich Dad preisgeben muss. Das ist mir so verdammt wichtig. Nicht, dass ich wieder durcheinanderkomme -.- (darin bin ich verdammt gut!). Ich werde ihn zu Wort kommen lassen, und ich hoffe, dass er das genauso tun wird. Werde Euch davon noch erzählen.

 

Hinzu kommt, dass ich mich momentan an der UHH für "Erziehungs- und Bildungswissenschaften" bewerbe. Neuer Weg, neues Glück? Gegenpol zu meiner alten Erziehung? Ich hoffe doch. (Ich sag so oft "hoffen", man könnte meinen bei mir würde nichts klappen.).

Jugendarbeit und psychologische Aspekte haben mir schon immer gefallen. Würde ich angenommen, stünde mir nichts mehr im Weg meine Ziele durchzusetzen. Sollte es nicht klappen, hoffe ich stark einen guten Ausbildungsplatz, oder vorbereitende Praktika zu bekommen, damit ich notfalls "LA an berufsbildenen Schulen" studieren könnte (Kosmetikwissenschaften - hehe :D).

 

Genießt den Tag! Ich hab Euch alle gern :)!

 

lG.

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