Quälende Gedanken.

Dieser Tag hätte perfekt sein können. Perfekt. Die Übelkeit kam. Die Sonne regt mich auf, als wäre ich erst aus meinem Bau gekrochen. 6 Uhr. Meine Sportübungen habe ich gemacht. Ich habe bis um 15:30 Uhr nichts gegessen. Dann doch. Nicht viel, nicht wenig, unnötig. Die Gedanken sind wie zugeklebt. Eben habe ich noch zwei riesen Kaffees getrunken - NACHTS. Ich habe noch 2 riesen Kaffees vor mir, mindestens 1 l Wasser und 350ml Sauerkrautsaft. Heute ist eigentlich schon morgen, aber so wie ich mich kenne, wird morgen wieder ein anderer Tag sein. Ich erhoffe mir ein Minus von mindestens 0,1kg auf der Waage.

 

Ich bekomme einen seelischen Ausraster.

 

***

 

Ich prügel meinen Magen literweise mit Flüssigkeit. Es schmerzt, es ist nicht mehr angenehm, Müdigkeit setzt trotz Kaffees ein. Hauptsache keine Kalorien, und wenn doch, dann muss es abführend wirken. Alles abführen, fertig sein, erschöpft ins Bett fallen, schlafen. Ich wollte mir doch eine Wärmflasche holen.

 

Hatte noch ein Gespräch mit meinem Freund. Er kam spät heim, da er seine Mutter vom Flughafen abholen musste. Kann ich mit leben. Dann die Gespräche rund ums essen. Wisst Ihr, das ist mein Problem. Das Abnehmen und Hungern ist nach 5 Jahren zu etwas Gewöhnlichem, Bedeutungslosem verkommen. Früher war alles ein wohlgehütetes Geheimnis. Ja, das gab einem noch so den richtigen "Kick". Heute ist Abnehmen nur von Erklärungen und Gegenargumenten begleitet, à la:

 

"Ich mache mir Sorgen um Dich, dass du vielleicht in eine Magersucht rutschst"

"Das was du erzählst, hört sich sehr spooky an..."

"Ich möchte Dich unterstützen"

"Es gibt so viel Wichtigeres. Models sind so langweilig..."

 

Sätze meines Freundes. Ich weiß, was er mir sagen will, aber es ist nicht das, was ich hören möchte. Ich fühle mich verarscht. Weiß er etwa, was ich ihm sagen möchte? WILL ICH IHM ÜBERHAUPT WAS ERKLÄREN!?! Ich könnte heulen.

 

Mir zu erzählen, er hätte Sorgen um mich, ich könnte in eine Magersucht rutschen, ist mir momentan so fern, wie Zuckerwatte aus Salz herzustellen. Ich könnte brechen wenn ich das höre. Soll er doch froh sein, dass ich mein Bestes gebe, auf mein altes Level zurückzukommen! Ich mache mir eher Sorgen, dass ich zu alt bin und das Dünnsein niemals erleben werde. Ich kann mir nicht mehr einreden, ich hätte Zeit. Zeit ist relativ und mit relativen Dingen werde ich nicht gerne genervt, denn ich sehe mich eher vor einer adipös-depressiven Lebensphase, aus der ich nicht mehr herauskommen werde, wenn ich mich durch sein Gelaber einlullen lasse.

 

HASS - HASS - HASS - AUF ALLES.

Lasst mich in Ruhe, Ihr blinden Vollidioten! Seht Ihr nicht, wie ich leide!?!

 

Und nein, dass was ich erzähle ist nicht "spooky", es ist ECHT.

Und ja, ich weiß wie es sich anfühlt dünn zu sein.

Und nein verdammt, ich will von NIEMANDEM unterstützt werden. Wie willst du jemanden unterstützen, der ohnehin schon bescheuert ist!?! Kennst du meine Welt nicht, liebst du meine Welt nicht, dann kannst du mich nicht unterstützen! Ich fordere meinen eigenen Willen heraus! Lieber wäre ich allein, dann würde ich alles hinbekommen! Dünn sein ist Ordnung im Leben, Kontrolle. Es ist viel mehr, als "nur" dünn zu sein. Rallt das denn keiner!? Dünn ist nicht einfach nur tolle Klamotten zu tragen! Wem muss ich denn hier überhaupt etwas noch erklären!? So langsam rutscht es für mich ins Lächerliche ab. Ich mache es für MICH, und für niemanden sonst!

Und nein, ich richte mich nicht nach Models. Ich bin mein eigener Richtwert. Was die prominente Außenwelt treibt interessiert mich einen Scheissdreck!!!

 

***

 

Der erste Kaffee hat sich geleert, ein weiterer steht mir noch bevor. 200ml Sauerkrautsaft, Toilette, rauchen, Toilette, Zähneputzen, 1l Wasser - schlafen.

 

Bis morgen meine Lieben,

Billie.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jen (Donnerstag, 12 Juli 2012 20:52)

    will be restored before long