Aufgeben.

Ich hasse das alles. Essen, nicht essen, diese Menschen. Diese furchtbaren Menschen, mit ihren undurchdringbaren Augen. Was wollt ihr von mir? Redet ihr über mich, ignoriert ihr mich, hasst ihr mich? Hört auf.

 

Mein Kopf ist so irre. Ich habe mich gestern erschrocken. Die Friseurschere für 32€ ist schärfer, als die alte Haarschere für 6€. Ich habe es nicht geahnt, eigentlich weiß ich garnicht mal, was ich überhaupt wollte. Scharfes gleitet schmerzlos, Stumpfes gleitet nicht. Aber darum geht es nicht. Es geht vielmehr um den bloßen Kontrollverlust, der sich immer dann einschleicht, wenn man ihn am wenigsten braucht.

 

Kontrollverlust beim Essen bedeutet: Du isst Dinge, auf die du keinen Bock hast, einfach nur um die innere Leere aufzufüllen. Und du wirst damit nicht aufhören, ehe du dich vor dir selbst ekelst. Das Essen ist aber nicht alles. Diese Leere ist auch dann allgegenwärtig, wenn du bereits gegessen hast.

Ich habe Angst vor diesen Menschen und ihrem Richten. Ich will es nicht hören. Ich will mir nicht eingestehen, dass ich müde und faul bin. Ich will mir nicht eingestehen, dass die Dinge schlimmer werden, als sie vorher waren.  Ich will auch nicht darüber nachdenken, woher das kommen könnte.

Ich finde keinen Rat. Ich finde niemanden, der mich wachrütteln könnte.

 

Alles eine dunkle Poesie? Ich bin mit 22 immer noch das kleine Mädchen. Nicht nur optisch, auch vom Verhalten. Die anderen sind witzig. Sie lachen und sind gemein und hinterhältig. Sie sind stolz drauf, besser zu sein als manch Schwächerer. Sie sind höflich zu dir, um dich nachher fallen zu lassen. Vielleicht gefällt mir der Fall auch in gewisser Hinsicht. Ich habe wirklich alles dafür getan, um niemanden um mich herum zu haben.

 

Ich fühle mich mißbraucht. Ich fühle mich meiner Ehrwürdigkeit und meines Selbstbewusstseins beraubt. Ich habe Angst vor der Welt und vertrage keine Kritik. Selbst wenn ich so täte, als würde ichs können, ich würde dennoch leiden. Keiner könnte es sehen, ich würde nur kälter werden und die Barriere um mich herum wachsen lassen. Der Vorhang aus Papier hat sich zu einer Wand verwandelt und ich merke, dass ich sie nicht alle wirklich "hasse", ich habe einfach nur Angst vor ihnen, weil ich keine Ahnung habe, wo mein Verstand und mein Mut von früher geblieben ist. Ich rede nicht mehr mit ihnen, weil ich mich davor fürchte, dass ich ihnen zu viele Angriffspunkte gebe. Sie merken das nicht. Sie fragen mich weiter "wie geht es dir?" mit einem verschmitzten Lächeln auf dem Mund, dabei bin ich überzeugt, dass sie das nur deshalb tun, um sich noch mehr über mich lustig zu machen.

 

Es kann aber auch nur meine Fehlinterpretation sein. Jedoch: Ich habe nichts dafür getan, dass sich andere (Fremde) Sorgen um mich machen müssten.

 

Und somit bleibe ich dabei: Mir geht es schlecht, andere lachen, mir geht es schlechter, keiner merkt was und ich will es auch nicht.

 

LG.

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Kommentare: 1
  • #1

    Kieran (Montag, 24 September 2012 15:45)

    Good article dude